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Interviewreihe "Allover" Teil 4: Axel Hütte (Studio)

Beitrag von Alexander Leinemann - 23. Februar 2021

Die Interviewreihe des Dissertationsprojektes „Allover – Genese und Geschichte eines Begriffs im Kontext Jackson Pollocks“ wurde weitergeführt und folgte der Einladung des Künstlers Axel Hütte in sein Düsseldorfer Studio. Zusammen mit dem Galeristen Daniel Marzona (https://www.danielmarzona.com/) wurde die in der Berliner Galerie Marzonas begonnene Diskussion rund um den Fachterminus weitergeführt, seine anhand der Ausgangsdefinition befindlichen Feinheiten spezifiziert und mit den Arbeiten Axel Hüttes in einen aktiven Dialog gestellt. In einer Sichtung von vom Künstler selbst ausgewählten Arbeiten fand abschließend eine aktive Nutzung und Erprobung im Feld der Fotografie statt. Dabei standen unter anderem folgende Fragestellungen zur Debatte:


Kann ein fotografisch geschaffenes Werk überhaupt mit einem malerisch konnotierten Fachbegriff kontextualisiert werden? Wo liegen die Überschneidung und wo die negierenden Faktoren, die eine Nutzung eindeutig vereiteln würden? Unter welchen Kriterien lassen sich die ausgewählten Arbeiten Hüttes zusammenfassen und in welchen Bereichen führen die künstlerische Handschrift sowie Haltung des Künstlers möglicherweise zu annähernden oder sogar vereinnahmenden Lesbarkeiten mit den malerischen Vergleichsbeispielen?


Die Werke Axel Hüttes sind eine zentrale und nicht zu negierende Positionierung des Fachterminus innerhalb seiner inflationären Verbreitungsgeschichte. Auffällig ist jedoch, dass selbst im Medium der Fotografie der Begriff zu unterschiedlichen und teils diametralen Einordnungen geführt worden ist. Ein klar zu erkennendes Regelwerk seiner eigentlich angedachten Definitionseigenschaften ist nur anhand peripher Aspekte auszumachen. Für die Aufarbeitung und damit einhergehende Klärung sind diese Erkenntnisse jedoch von enormer Bedeutung. Die umfangreichen Ausführungen Hüttes sowie Marzonas, die sich in äußerst kritischer Art und Weise dem Fachterminus gewidmet und ihre dezidierten Ansichten anschaulich verdeutlichten, stellen daher innerhalb des Dissertationsprojektes einen wichtigen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung und Aufarbeitung des Fachbegriffes dar.


Im nächsten Monat wird ein fünftes und damit den Komplex der Interviews abschließendes Gespräch erneut in die Nähe von Berlin führen und einen Künstler in den Fokus nehmen, dessen fotografische Arbeiten bisweilen nicht mehr als dem Medium zugehörige Werke betitelt werden.

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