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Interviewreihe "Allover"

Beitrag von Alexander Leinemann - 15. Dezember 2020

Der Fachterminus „Allover-Painting“ besitzt eine umfangreiche Entwicklungs- und Nutzungshistorie. In seiner zugrundeliegenden Medialität zunächst der Malerei – insbesondere der Jackson Pollocks – vorbehalten, wurde aus dem vom Medium abgegrenzten Ausdruck „Allover“ eine auf weitem Feld der Nutzung befindliche Formulierung. Diese heute in ihrer Gänze vollständig zu überblicken, ist eine der Aufgaben und zugleich Schwierigkeiten meines Dissertationsprojektes. Um in der inflationären Verbreitung zu einer strukturierten und letztendlich repräsentativ stehenden Aufarbeitung zu gelangen, wurde im vergangenen Jahr daher der Blick auf diametral zu den Werken Pollocks stehenden Anwendungsbeispielen innerhalb der Literatursichtung gelegt. Dadurch konnte zum einen der Radius der Verbreitungs- und Diskursgeschichte weiter vergrößert und zum anderen die Annahme verdeutlicht werden, im „Allover“ eine intentionelle Haltung der Schaffenden selbst auszumachen, die sich fern von rein technisch zu betrachtenden Gegebenheiten oder willkürlichen Durchmusterungen positioniert. Das Gespräch mit den Künstlerinnen und Künstlern, die den Begriff selbst verwendeten, musste nun gesucht und in einer Interviewreihe verinnerlicht werden.

Künstlerinnen wie Katharina Grosse, die mit den Hauptwerken Pollocks bereits kuratiert und ausgestellt wurde (Mural: Jackson Pollock | Katharina Grosse, Juli 1, 2019 – Februar 23, 2020, Museum of Fine Arts, Boston) oder der Schweizer Künstler Franz Gertsch und dessen Naturbilder waren bereits in der Literatur einschneidende Beispiele und konnten letztendlich für Interviews gewonnen werden. Das erste Interview erfolgte im August 2020 im Studio von Katharina Grosse in Berlin, wo in einer mehrstündigen Sitzung das Dissertationsthema umfangreich vertieft und wichtige Informationen gewonnen werden konnten. Im darauffolgenden Monat September endete ein über mehrere Monate hinweg reichender Briefwechsel mit Franz Gertsch, der ebenfalls von Erfolg für das Forschungsprojekt gezeichnet war.

 

Aktuell sind weitere Interviews in der Vorbereitung, die am Anfang des nächsten Jahres stattfinden und das oft vom „Allover“ heimgesuchte Feld der Fotografie näher beleuchten werden.

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