Sie sind hier: Startseite Die Forschungsstelle

Die Forschungsstelle

Die im Juni 2019 eröffnete Forschungsstelle Informelle Kunst am Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn widmet sich einer Kunstrichtung, die sich nach bald nach 1945 parallel in Deutschland und den USA entwickelt hat: das Informel.

Es gilt als die zentrale künstlerische Innovation in der Kunst der 1950er-Jahre und ist wirkungsgeschichtlich bis in die Gegenwart von großer Bedeutung. Ziel der Forschungsstelle ist es, das Informel in all seinen unterschiedlichen Facetten in Deutschland, Europa, Japan und in den USA zu untersuchen und damit eine globale Perspektive auf ein breites Spektrum abstrakt-expressiver Strömungen einzunehmen.

Obwohl das Informel eine wichtige Schnittstelle in der Kunst des 20. Jahrhunderts einnimmt, gab es bisher kein eigenes Forschungszentrum. Mit Bonn als Sitz der Forschungsstelle ist hierfür nun ein geradezu idealer Standort gewählt: Nicht nur, dass das LVR-LandesMuseum, in dem die Kunststiftung Hann Trier angesiedelt ist, sowie das Kunstmuseum Bonn repräsentative Werke des Informel besitzen, das Rheinland war das wichtigste Zentrum des Informel in Deutschland: An der Düsseldorfer Akademie lehrten K. O. Götz, Gerhard Hoehme sowie (aufgrund seines frühen Todes nur kurzzeitig) Peter Brüning. Der Kunstpalast in Düsseldorf verfügt mit der Sammlung Ingrid und Willi Kemp über eine bedeutende Privatsammlung des Informel und ist darüber hinaus Sitz der Gerhard und Margarete Hoehme-Stiftung. In Köln lebte über viele Jahrzehnte Bernard Schultze, das Museum Ludwig verwahrt einen Großteil seines künstlerischen Nachlasses. Wichtige Galerien wie die Galerie 22 in Düsseldorf und die Galerie Der Spiegel in Köln waren im Rheinland angesiedelt. Ihre Nachlässe befinden sich zum Teil im Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels (ZADIK) in Köln, das daher reiches Quellenmaterial für diesen Bereich bereithält.

Geleitet wird die Forschungsstelle Informelle Kunst von Prof. Dr. Christoph Zuschlag, wissenschschaftliche Mitarbeiterin ist Anne-Kathrin Hinz, M.A.. Zusätzliche Unterstützung erhält die Forschungsstelle vom ehrenamtlich tätigen Beirat, dem Dr. Renate Goldmann (VAN HAM Art Estate), Dr. Dieter Groll (Köln), Ina Hesselmann (MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg), Kay Heymer (Kunstpalast Düsseldorf), Hans Maulberger (Galerie Maulberger, München), Prof. Dr. Sigrid Hofer (Universität Marburg) und Dr. Gabriele Uelsberg (LVR-LandesMuseum Bonn) angehören.  

Zu den Tätigkeiten der Forschungsstelle Informelle Kunst gehören die Veranstaltung von Tagungen, die Herausgabe von Publikationen in einer eigenen Schriftenreihe, der Aufbau einer Spezialbibliothek, die Pflege nationaler wie internationaler Kooperationen sowie die Anregung und Durchführung von Sonderausstellungen in Zusammenarbeit mit Museen und anderen Partnern. Die Vergabe von Promotionsstipendien, die im Sommer 2019 Dominik Eckel und Alexander Leinemann erhielten, dient neben der Einrichtung eines Forschungskolloquiums der Förderung und Einbindung des akademischen Nachwuchses. 

Dank gilt den Förderern der Forschungsstelle Informelle Kunst: Galerie Maulberger, K. O. Götz und Rissa-Stiftung,  MKM Stiftung, Privatsammlung Meerbusch, Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung, Stiftung Informelle Kunst, VAN HAM Art Estate.

 

Artikelaktionen